Der Analytiker und seine Projekte
Es ist eine Sache, etwas zu WISSEN,
jedoch eine ganz andere, es zu VERSTEHEN.

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 Bewußtsein versus Geist/Physik 

—» Die sexuelle Konstitution «—
Asexualität

Auch was diese Thematik betrifft, so kann ich mit einer Vielzahl von persönlichen Erfahrungen aufwarten, wobei jedoch eine spezifische Verhältnissituation das eigentliche Sachspezifische aufzeigt, nämlich wenn ein Sexualpartner seinen Sexualpartner über einen langen Zeitraum hinweg trotz jeglicher Bemühungen nur jeweils bis zu einen gewissen Grad der sexuellen Erregung bringen kann, jedoch nicht darüber hinaus zum Orgasmus. Es handelt sich nämlich bei der Asexualität um ein geistiges Konstrukt, welches sich differenziert zum regulären physiologischen und mentalen sexuellen Ablauf, bei welchen die sexuelle Erregung prinzipiell auch die sexuelle Befriedigung als Ziel beinhaltet.

Sexualität   Asexualität
mental physiologisch geistig geistig
 
sexuelle Erregung
 
sexuelle
Befriedigung
  sachliche
Befriedigung

Bei dieser Verhältnissituation handelt es sich um einen geistigen Akt, welcher darauf basiert, daß die Handlungen des Menschen funktionsbedingt von seinem Willen initiiert und über das Unterbewußtsein zur Ausführung gelangen. Es handelt sich somit um eine willentlich gesetzte prinzipielle Blockade, welche spezifische Ausführungen unterbinden. Diese kann auch niemand außer Kraft setzen, als dieser selbst. Da das menschliche Sein zum Sein einen Selbstschutz bedingend beinhaltet, so ist auch prinzipiell eine derartige 'instinktive' Eingrenzung im Bezug auf die Hingabe als solches maßgeblich, jedoch differenziert sich dies aufgrund seiner differenzierten Sachlichkeit als eine prinzipielle Maßgabe des Seins als solches gegenüber den (a)sexuell-spezifischen Inhalten.

Die Variationen sind aufgrund des willentlichen Händlings äußerst vielfältig, jedoch differenziert es sich in erster Instanz zwischen einer autonomen (prinzipiellen, aufgrund seiner selbst gesetzten) Asexualität, wo jegliches sexuelle Miteinander prinzipiell einer spezifisch konstituierten Einschränkung unterliegt und einer autoritären Asexualität, wo individuell auf spezifische Sexualpartner und Sachverhalte bezogene Varianten der Einschränkung die Gegebenheit sind. Die einschränkenden Varianten innerhalb dessen gehen von keinerlei sexuellem Interesse bis hin zu eingrenzenden Inhalten an der Obergrenze des sexuellen Miteinander.

Asexualität

autonom autoritär
generelle Maßnahme individuelle Maßnahme
prinzipiell aufgrund seiner selbst individuell auf Sexualpartner und Sachverhalt bezogen
Einschränkung bezüglich der Obergrenze

Varianten
gänzliche Einschränkung

Es gilt diesbezüglich zu bedenken, daß der Mensch prinzipiell autonom asexuell eingestellt ist, was nicht nur darauf beruht, daß es keinen willenlosen Menschen gibt, sondern weil aufgrund der Präsenz des Willens des Menschen dieser prinzipiell im Bezug auf das Miteinander in dieser Art und Weise handelt - weil dieser sich nicht jedem gegenüber sexuell öffnet. Diese autoritäre Asexualität wird ausschließlich dem oder den (potentiellen) Sexualpartner(n) gegenüber ausgesetzt, bzw. je nach Verhältnis auch nur eingeschränkt und geht somit in die autoritäre Asexualität über, von welchem Standpunkt sich eine weitere Öffnung ergeben kann. Hierüber wird auch wohl klar werden, warum 'sich gehen lassen' in der Sexualität keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist und zumeißt auch erst gar nicht stattfindet, sondern einzig ein kontrollierter Werdegang. Die Variätäten sind auch hierin äußerst vielfältig.

Mir ist klar, daß man allgemeingültig einzig den Bezug der autonomen Asexualität als einzige asexuelle Gegebenheit in Betracht zieht. Ich denke jedoch, daß sich über meine Darstellung hervorhebt, wie relativ dieses Händling sich stellt. So ist nämlich bei meinem einführenden Beispiel noch nicht einmal klar, ob es sich um eine autonome oder autoritäre Asexualität handelt.

Gerade dieses spezifische Erlebnis hat mich viele Jahre darüber nachgrübeln lassen, wie es sich diesbezüglich verhält und das Resultat daraus ist, daß man im menschlichen 'resonierenden' Miteinander in erster Instanz dem menschlichen Willen gegenüber steht und erst in zweiter Instanz einer darüber kontrollierten relativen resonierenden Inhaltlichkeit, jedoch gleichzeitig sich als solches generell die gänzliche jeweilige Inhaltlichkeit gegenüber steht, sodaß man es im Miteinander mit der Gleichzeitigkeit zweier Varianten mit jeweiliger relativer Inhaltlichkeit zu tun hat.

Das (dis)harmonische Verhältnis
des dualen Miteinander

1. Person ich will mich
←  (nicht)  →
2. Person
ich bin

in meiner
gänzlichen
Inhaltlichkeit
ich will mir ... ich bin mir ...     ↑     ↑    

wir sind (nicht)
miteinander

↓     ↓
ich bin mir ... ich will mir ... ich bin

in meiner
gänzlichen
Inhaltlichkeit
meines Willens meines Willens
deines Willens deines Willens
meiner selbst meiner selbst
deiner selbst deiner selbst
unserer
Gemeinsamkeiten und Differenzen
unserer
Gemeinsamkeiten und Differenzen
... (nicht) bewußt sein ... (nicht) bewußt ... (nicht) bewußt ... (nicht) bewußt sein
←   ich will dich   →
(nicht)

... basiert neben der instinktiven
maßgeblich auf der willentlichen Einschränkung
der gänzlichen Hingabe seiner selbst

Das sind jedoch nur die auf das direkte Miteinander eingeschränkten Inhalte. Hinzu kommen noch die äußeren Einflüsse. So hatte ich zum Beispiel für viele Jahre einzig platonische Freundschaften und keinerlei anderweitiges Miteinander gepflegt. Der maßgebliche Grund dafür war nicht, weil ich das erlebte sexuelle Miteinander einzig als unbefriedigend empfand, sondern die mit dem Sexualverkehr verbundenen Begleitumstände. Ich war nämlich sehr wohl daran interessiert, meine Erfahrungen umzusetzen, um ein befreidigendes sexuelles Miteinander individuell erleben zu können, jedoch wurde mir unmißverständlich vermittelt, daß ein miteinander Sex haben grundsätzlich mit nichtsexuellen Inhalten verknüpft ist, sodaß ich es als unmöglich erachtete, das sexuelle Miteinander als solches für sich gehändelt zu bekommen. Ich war somit genötigt, diese nichtsexuellen Inhalte in erster Instanz mir geklärt zu bekommen, um den sexuellen Umgang wieder einbringen zu können.

Die konstruktive autonome/autoritäre Asexualität

Aus heutiger Sicht muß ich sagen, daß es sich bei den stattfindenden Begleitumständen um ein gleiches Verhältnis handelt, wie bei der Asexualität selbst, jedoch mit der Besonderheit, daß diese nicht nur eine differenzierte Inhaltlichkeit händeln, sondern vor allem der Asexualität voran stehen, sodaß man aufgrund dessen genötigt ist, erst dieses vorangestellte Verhältnis gehändelt zu bekommen, um im Verbund mit diesem zum Händling der Asexualität zu gelangen. Wie es sich darum verhält, werde ich im nächsten Abschnitt über die Freundschaft darlegen. Entscheidend ist hier jedoch, daß man es im Bezug auf die Asexualität aufgrund dieser Gegebenheit nicht nur mit dieser zu tun hat, sondern in erster Instanz und generell darauf einwirkend mit den damit verknüpften Begleitumständen, sodaß man in dem Bezug auch an sich gar nicht die Asexualität als solches händelt, wenn man sich mit der Asexualität auseinander setzt, denn das ist einzig möglich, wenn man die Begleitumstände differenziert bekommt. Es handelt sich somit um die Gegebenheit einer konstruktiven autonomen/autoritären Asexualität.

Die konstruktiv sachliche Asexualität

Bezüglich der konstruktiven autonomen/autoritären Asexualität gibt es eine spezifische Differenzierung, nämlich in dem Bezug, wo das Miteinander einzig über das sachliche Miteinander bestimmt ist und davon differenziert wiederum, wenn grundsätzlich eine einseitige (egoistische) Befriedigung von rein sachlichen Erwartungen ohne resonierende Inhaltlichkeit als Maßgabe voran steht. Bei Ersterem nimmt die Sexualität die Position eines Begleitumstandes ein und ist nicht eigentlicher Bestandteil des Miteinander, sodaß sie sogar völlig außen vor stehen kann und bei Zweiterem wird das sexuelle Miteinander grundsätzlich nicht nur als Behinderung, sondern auch als Widerspruch empfunden, da diese auf einer resonierenden sinnlichen Inhaltlichkeit, mit begleitendem Bedürfnis an Ebenbürtigkeit basiert.

Die jungfräuliche Asexualität

Wie ich feststellen muß, gibt es da ein gravierendes Mißverständnis in Form der Annahme, daß ein Mädchen aufgrund des Aufkommens der 'körperlichen' Menstruation zur Frau wird. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, daß die mentale Jungfräulichkeit nicht damit gekoppelt ist und somit einer separierten Aktivierung bedarf. In dem Fall kann es vorkommen, daß selbst wenn eine Frau zeitlebens körperlichen Sex erlebt, völlig desinteressiert daran bleibt. An diesen Sachstand ist jedoch die allgemeine Einstellung gekoppelt, sodaß dies Auswirkungen hat auf sämtliche die Persönlichkeit ausmachenden Inhalte, welche aufgrund dessen nämlich in diesem vorpubertären Stadium stecken bleiben, sodaß die mental-sexuelle Einstellung einer vierzigjährigen Frau der einer Neunjährigen entsprechen kann.

Jörg Lenau
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