Der Analytiker und seine Projekte
Es ist eine Sache, etwas zu WISSEN,
jedoch eine ganz andere, es zu VERSTEHEN.

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 Bewußtsein versus Geist/Physik 

—» Die sexuelle Konstitution «—
Freundschaft

Über die Freundschaft wird die Basis der Vermischung im Miteinander deutlich, nämlich die der gewachsenen Kultur mit der aufgesetzten Kultur. Hier findet man das Spezifische meiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem Sein, worum es in all den Jahren ging, nämlich zu ermitteln, was meinen Bestand an Lebensinhalt wertlos erscheinen ließ, worüber dies überhaupt möglich ist, wo dies herkommt und vor allem, wie dies funktioniert, damit ich mich in die Lage versetzen kann, mich dem gegenüber zu behaupten und mein persönliches Potential entsprechend meiner Bedürfnisse in einer mir bedürftigen Gemeinschaft umsetzen zu können und allem voran überhaupt erst einmal eine Identifizierung vornehmen zu können. Die eigentliche instinktive Triebkraft darin war von Anfang an, daß man sich als sinnlich isolierte Person unvollständig fühlt, auch wenn man sachlich(e) Gemeinschaften erlebt. Und da ich über all die Jahre nicht über singuläre Gemeinschaften mit jeweils einer Person über kurze Zeiträume hinaus gelangt bin, so wurde mir die Auseinandersetzung mit der Individualität des Menschen auch zum Zentrum meiner Aktivitäten und hat mich darüber auch diesen spezifischen Sachstand erkennen lassen.

Der Grund, warum ich diese Zweigestalt nur instinktiv, jedoch nicht sachlich über all die Jahre weder als solches ermitteln, noch mich dem gegenüber stellen konnte lag darin, daß die Unterschiede dessen ganz bewußt verschleiert werden und man erst einmal die Widersprüchlichkeiten innerhalb dieser scheinbaren Einheit als solche bewußt wahrnehmen muß, um damit verbunden auch die tatsächliche Gegebenheit sinnlich-sachlicher Einheitlichkeit erkennen zu können und so war es mir notwendig, mein gesamtes Wissen und auch meine gesamten Erfahrungen geistig über die Logik komplett neu zu überarbeiten, um das Ganze in einer singulären systematischen Ordnung zu erfassen, worüber dann auch die subjektiven Inhaltlichkeiten und Händlings als solche letztendlich zum Vorschein traten.

Es handelt sich vor allem darum, daß einem ein Minderwertigkeitsgefühl vermittelt wird über das Gro derer, die aus und über den Gemeinschaftsinhalt und nicht aus sich selbst heraus ihre Existenz bestreiten und der Weg daraus führt über das personell-inhaltliche Händling, was bei dem Miteinander der kleinsten Einheit von zwei Personen, dem inhaltlichen sinnlichen Bedürfnis an Vertrauen und Respekt und somit bei der Freundschaft beginnt und sich neben die sachlichen Erfordernisse stellt. Somit ist an sich nur das bewußt sein notwendig, sich zu verdeutlichen, daß man zur Schaffung der eigenen persönlichen Existenz grundsätzlich im Kleinen anfangen muß und daß man nur darüber dazu gelangen kann und letztendlich, wer ebenfalls dies derart umsetzt oder zumindest dazu willig und fähig ist.

Die grobe Unterscheidung findet man aber auch, indem man ein grundsätzliches Verständnis darüber entwickelt, wie Kultur funktioniert. Die Kultur beginnt nämlich im natürlichen Zustand von Natur, in die der Mensch seine individuelle natürliche Inhaltlichkeit einbringt und sinnlich-sachlich in Symbiose mit den natürlichen Gegebenheiten seiner Umgebung lebt, wohingegen in einer aufgesetzten Kultur die reine Sachlichkeit mit Zentrierung des Menschen Maßgabe ist. Man sieht also an der Inhaltlichkeit, sinnlich-sachlich hier und rein sachlich dort, wie auch über die Stellung des Menschen, wie es um das Gesamtverhältnis bestimmt ist und darüber lassen sich auch die groben Unterscheidungen vornehmen, worüber das Ganze oberflächlich händelbar wird. Und da der Wille des Menschen nicht beherrschbar ist, so liegt es an jedem Einzelnen selbst, inwiefern er seine Bedürfnisse ausfüllt und bestimmt darüber auch seine eigenen ganz persönlichen Inhaltlichkeiten entsprechend seiner Fähigkeiten und damit verbundenen Bedürfnisse.

Die generellen Unterscheidungen werden im Miteinander aber erst möglich, wenn man sein Gegenüber auch objektiv wahrnehmen kann, was voraussetzt, daß man sich in das Gegenüber hinein versetzen kann, was wiederum voraussetzt, daß man sich dazu in die Lage versetzen muß. Aus diesem Grund ist auch das Kennenlernen im Gegensatz zum willkürlichen Erlebnis im Miteinander ein unbedingtes muß. Und gerade das Hineinversetzen in das jeweilige Gegenüber hat mir im Laufe der Jahre nach und nach verdeutlicht, wie diese aufgesetzte Kultur vom Prinzip her funktioniert und genau das läßt sich im Besonderen über die Inhaltlichkeit von Freundschaft besonders repräsentativ darstellen. Die kulturelle Gegebenheit von Gemeinschaft besteht nämlich aus drei Bestandteilen: aus Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Differenzen, die der jeweiligen gegenseitigen Achtung bedingen, da sie nämlich auch instinktiv wahrgenommen werden und somit das Sein oder nicht sein über die Inhaltlichkeit, sowie der Achtung dessen sich zwangsläufig reguliert, sofern man der Sinnlichkeit den entsprechenden Stellenwert einräumt.

Das eigentliche Problem ist an erster Stelle das unbewußt sein über und die gleichzeitige Verschleierung darüber, daß man es zentral mit zwei generell unterschiedlichen Typen im Miteinander zu tun hat und in Folge dessen auch nicht erkennt, daß man etwas gegenüber steht, worin es einzig um Ergänzung geht, obwohl die damit verbundene Einschränkung im Miteinander darüber überdeutlich hervortritt. Bei dem einen Typus erhalten Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Differenzen die gleiche Achtung, wohingegen bei dem anderen Typus die Ergänzungen als zentraler und allüberragender Bestandteil ihre alleinige Achtung erhalten.

Gemeinsamkeiten   Differenzen
Ergänzungen

So wird erst über das bewußt sein über und die objektive Betrachtung beider Typen deutlich, daß sich nur die relative Inhaltlichkeit, jedoch nicht die Gegebenheit der Inhaltlichkeit von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Differenzen verändert, denn sie sind grundsätzlich präsent, werden jedoch differenziert gehändelt, sodaß darüber sich das tatsächliche Verhältnis über die Betrachtung der Ebenbürtigkeit der Gegenseitigkeit ordnet. Und so hebt das Fokusieren der Inhaltlichkeit des ebenbürtigen einander vertrauen und respektieren der Freundschaft den Sachverhalt im Besonderen hervor.

Von Anbeginn an ist vor allem aber auch die eigentliche Misere im Umgang mit der Freundschaft die Einbeziehung der Beziehung und die generelle begriffliche Anwendung der 'Bezeichnung' Freundschaft für Kameradschaften und damit verbunden, daß für die jeweilige Unterscheidung und Spezifikation keine offizielle Klarheit besteht und darüber im Miteinander auch nur selten eine abgeklärte Gegenseitigkeit Sachstand ist. Ich selbst habe mich in meinem Leben immer wieder gewundert, daß wenn eine Freundschaft in eine Beziehung überging, die Verhaltensweise des Gegenüber sich völlig veränderte, beziehungsweise ich den Übergang in eine Beziehung darüber feststellen konnte und ich habe aus diesem Grund auch prinzipiell derartige Beziehungen/Verhaltensweisen abgelehnt oder wenn sie sich derart entwickelten, alsbald abgebrochen.

Klarheit über den Sachstand erhält man einzig, wenn die sachliche Unterscheidung bekannt und bewußt ist, daß Kameradschaften als Freundschaften nur deklariert werden, aber keine sind und ebenfalls, daß man es mit zwei unterschiedlichen Händlings zu tun hat, die sich nicht nur von Grund auf unterscheiden, sondern auch von Grund auf einander ausschließen. Erst darüber ist es möglich, sich schon im Vorfeld des Kennenlernens eindeutige Klarheit bezüglich der Inhaltlichkeit dessen beim Gegenüber zu verschaffen, sodaß derartige Mißverständnisse, wie auch bewußte Täuschungen vermieden werden können.

sinnliche Basis Freund(in) Freund(in) sachliche Basis
Freundschaft Kameradschaft
partnerschaftliche
Beziehung

Gerade aber derartige Abläufe zeigen einem die klaren Verhältnisse auf. Wo hier nämlich dem sinnlichen Empfinden der bedürftige Freiraum gewährt wird und sich das Sachliche hinten anstellt, tritt dort die rein geistig-sachliche absolute Kontrolle auf den Plan. Hier wird man beim bewahren dessen vor allem mit unserer Inhaltlichkeit der zwei Bewußtseine konfrontiert. Insofern nämlich die Verbindung von Anfang an sinnlich gebildet wurde, bleibt diese sinnliche Inhaltlichkeit zwar darüber hinaus erhalten, ist jedoch für ein Gegenüber nur noch über die telepathische Resonanz von Unterbewußtsein zu Unterbewußtsein erreichbar, weil das körperliche Miteinander nämlich über die geistige Steuerung kontrolliert wird. Händelbar wird dies, indem man seine Aktivitäten spezifisch auf das Unterbewußtsein und die daraus resultierende sinnlich-inhaltliche Resonanz, sowie die Ausführung der Aktivitäten, die ebenfalls über das Unterbewußtsein stattfinden konzentriert und sich der Diskrepanz des geistig-sachlichen ganz bewußt gegenüber stellt. Das eine solche Verbindung jedoch nur eine vorübergehende sein kann, erklärt sich aus den Widerprüchlichkeiten.

Erst heute ist mir über diese vielfältigen Erfahrungen zuteil geworden, daß es sich dabei um eine prinzipielle Handlungsweise handelt, wobei in der öffentlichen Darstellung die Beziehung als eine gesteigerte Form des Miteinander erachtet wird in einer Dreistufenbehandlung von Bekanntschaft - Freundschaft - Beziehung. Sachlich jedoch stellt sich heraus, daß es sich in dem Bezug des Miteinander um ein Verhältnis von separierendem Bekanntschaft und ein Nebeneinanderstehen von Freundschaft, Kameradschaft und Beziehung geht, wobei letztere gerade nicht ineinander übergehen, weil es sich dabei nicht nur um sinnlich-sachliche Inhaltlichkeiten des Miteinander, sondern "auch" um typenbedingte personifizierte prinzipielle Inhaltlichkeit handelt, was wie ich feststellen kann, in keiner Weise auch nur einer Betrachtungsweise unterzogen wird, sodaß dies auch erst gar nicht wahrgenommen wird, sofern man sich nicht seine eigenen Gedanken darüber macht. Die Misere besteht aber vor allem, weil nicht grundsätzlich zwischen der Inhaltlichkeit und jeweiligen Priorität von Sinnlichkeit und Sachlichkeit unterschieden wird.

Bezugsverhältnis

  Bekanntschaft  
Sinnlichkeit Freundschaft Kameradschaft partnerschaftliche
Beziehung
Sachlichkeit
Geist
Unterbewußtsein Überbewußtsein

Hierüber wird dann aber auch deutlich, daß man nur oberflächlich der reinen Präsenz des geistigen Willen gegenüber steht, denn dieser Wille steht der Inhaltlichkeit an Sinnlichkeit gegenüber und über das instinktive Bestreben von Einheit steht einem damit eine harmonische Zufriedenheit oder eine Diskrepanz an Unzufriedenheit gegenüber, worüber darüber spezifisch identifizierbar wird, mit welchen Relationsverhältnissen man es zu tun hat.

Bekanntschaft

Die größten Irrtümer bezüglich des Zustandes des Miteinander bestehen aufgrund des Mißverstehens, wenn Handlungen/Aussagen des Gegenübers nicht entsprechend ihrer Inhaltlichkeit wahrgenommen werden oder aber auch, weil nicht wahrgenommen wird, daß ein Gegenüber nicht interessiert ist, einen selbst in seinem Sein wahrzunehmen. So kommt es dann auch dazu, daß etwas als Bekanntschaft deklariert wird, was die Inhaltlichkeit des sachlichen Kennens gar nicht beinhaltet oder auch Weiterführendes dem entspricht.

Es ist klar zu unterscheiden zwischen einander erleben und einander kennenlernen, sowie die Art des Händlings, ob das Gegenüber nur von eigener Sichtweise her der Betrachtung unterzogen wird oder ob ein Hineinversetzen in das Gegenüber zum Verstehen dessen stattfindet. Da jedoch in der allgemeinen Anwendung darin nicht unterschieden wird, so ist bezüglich der Deklaration von Bekanntschaft die Inhaltlichkeit jeweils sachlich inhaltlich zu unterscheiden.

Die Freundschaft
Vertrauen und Respekt in ebenbürtiger Gegenseitigkeit geben

Die Inhaltlichkeit von Freundschaft basiert zentral auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Vertrauen und Respekt sind Bestandteil des Seins des Individuums bzw. bauen sich einzig innerhalb dessen auf und somit ist ein Zugriff sowie Kontrolle von außen nicht gegeben, woraus sich der Sachstand ergibt, daß beide jeweils des Gebens unterliegen. Somit sind das freiwillig und von sich heraus geben, sowie die Priorität des sinnlichen Miteinander, die wesentlichen Bestandteile, welche die Freundschaft sachlich für sich stellen.

Die platonische Freundschaft

Gerade über die Verhältnisssituation der platonischen Freundschaft wird auch ein oberflächliches unterscheiden der zwei Typen ermöglicht, denn beim Ergänzungstyp, welcher einzig Kameradschaften und Beziehungen pflegt, gilt der Ausspruch, daß Sexualität in Freundschaft generell nichts zu suchen hat, womit der Grundsatz zum Ausdruck gebracht wird, daß Sexualität in 'Kameradschaft' nicht zu suchen hat und daß bei dem Typus logischerweise auch Freundschaft in Beziehung nicht zu suchen hat, wie überhaupt dieser Freundschaftsverhältnisse, auch platonische, grundsätzlich ablehnt. Als Sachstand ist somit aber auch zu erachten, daß diesbezüglich Kameradschaften als Freundschaften deklariert werden und gerade dies sorgt für ein abstruses Durcheinander. Kameradschaften sind jedoch grundsätzlich anders substanziert, sodaß sich diese klar von Freundschaft unterscheiden, auch wenn sie verhältnismäßige sinnliche Inhaltlichkeiten aufweisen. Der Unterschied liegt darin, daß Freundschaften von sich aus sinnlichen Motiven heraus gebildet sind, jedoch Kameradschaften sich aufgrund sachlicher äußerer Umstände ergeben und auch nur darüber Bestand haben.

Der Ursprung der Deklaration der platonischen Freundschaft stammt von der platonischen Liebe und bezieht sich auf die rein geistige Liebe. Was in dem Bezug nicht klar ausgesprochen wird ist, daß ein freundschaftliches Miteinander nicht unbedingt und auch nicht von Grund auf die Sexualität beinhaltet, insofern nämlich Sexualität nicht als zentraler Bestandteil des Miteinander erachtet wird. Diese Deklaration alleine ist jedoch unzureichend, denn neben dem rein geistigen einander Begehren gibt es auch das rein sinnliche sowie das rein sinnlich-körperliche einander Begehren. Des weiteren gibt es sachlagenbedingte Eingrenzungen bezüglich spezifischer Gegebenheiten, in welcher bestimmte Teile des Zusammenlebens, wie z.B. die Sexualität einschränkt werden auf eine einzige Verbindung, sodaß die Freundschaft anderweitig die gegenseitige Berücksichtigung dessen bedingt. Aus dem Gesamtzusammenhang ergibt sich für die platonische Freundschaft somit auch in erster Instanz eine Inhaltlichkeit von eingeschränkter Freundschaft, denn das Geistige und Sinnliche ist unmittelbar und untrennbarer miteinander verbunden, sodaß aufgrund dessen nur die Negation allumfassender Maßstab sein kann.

Da wir in Lebensverhältnisse hineingeboren werden und darin aufwachsen, die von Grund auf nicht auf Freundschaftsgemeinschaften basieren, ist Freundschaft aber nicht nur eine Sache des leisten könnens, sondern darüber hinaus auch eine Sache des sich leisten könnens und somit rückt in erster Instanz die Infragestellung des Wollens in den Vordergrund, welche sich darin der Existenzfrage gegenüber stellt. Somit ist die Möglichkeit einer Freundschaft gebunden an die jeweilige Unabhängigkeit einer Person, woraus sich darin Wollen und Können gegenüber stehen und leicht für Verwirrung sorgen kann. Da es sich jedoch um eine Grundsatzfrage handelt, läßt sich dies dementsprechend über den Gesamtumfang ebenfalls eindeutig klären.

Die partnerschaftliche Beziehung
die Dominanz über das Sachverhältnis

Maßgeblich ist hier vor allem, daß Beziehungen rein über spezifische Verhaltensweisen entstehen, zumeist ohne das Aussprechen des Eingehens einer Beziehung, obwohl die Inhaltlichkeit klare Regeln und Verhaltensweisen beinhalten, welche an sich des gleichzeitigen beiderseitigen Anerkennen dessen bedingen. So wird hierüber deutlich, daß über die offensiv-defensiv-Stellung die Dominanz, sowie das Abhängigkeitsverhältnis, von Anbeginn an das Beziehungsverhältnis festlegt.

So entsteht aber nur für den Freundschaftstypen ein Mißverhältnis über den wahren Sachverhalt von Beziehung, insofern nämlich nur ein Maßstab gilt und keinerlei Separationen sinnlich, wie auch sachlich stattfinden. Gleichzeitig ist es aber auch an sich einzig Sache des Freundschaftstypen, sich seiner Inhaltlichkeit klar bewußt zu sein oder zumindest zu werden, um seine eigentliche Inhaltlichkeit dem gegenüber zu stellen. Letztendlich aber entscheidet das Bestehen der und die Fähigkeit zur Unabhängigkeit, inwiefern der Freundschaftstyp dem überhaupt gegenüber stehen kann.

Die weiterführende Vielfalt, welche man in der Beziehung antrifft, beruht vor allem auf der weit über das persönliche Miteinander hinausgehenden Inhaltlichkeit und des weiteren auf der Varietät der Priorität innerhalb dieser Sachlichkeiten, da die darin enthaltene Liebesbeziehung nur quantitatives Zentrum dessen ist. Die zentralen Bestandteile hierin sind jedoch die Dominanz und die damit verbundene Anwendung einer Nutz-/Zweck- und Abhängigkeitsverbindung. So ist es nicht verwunderlich, daß man darin auch auf den Sachstand stößt, wo ein(e) Partner(in) Freundschaft und der/die andere Beziehung praktiziert oder aber auch beide einander dominieren (wollen).

Hieraus wird auch klar, warum sich derartige Beziehungen so entwickeln, wie sie stattfinden, denn um so mehr Beziehungsinhalte in das Miteinander eingebracht werden, um so mehr schwindet der Anteil der Liebesbeziehung im Gesamtverhältnis und sobald die Liebesbeziehung ihre zentrale Positionierung verliert, entzieht es ihr den eigentlichen Gehalt an Sinnlichkeit überhaupt. Auch hier spielt die Dominanz eine zentrale Rolle, denn es zeigt, daß das von außen Kommende sich über das innere sinnliche Miteinander stellt.

Die zwei Typen des Miteinander
Gemeinsamkeiten - Ergänzungen - Differenzen

Die zwei Typen des Miteinander erkennt man somit über die Prioritätsetzung des Miteinander. Beim Gemeinsamkeitstypen (Freundschaftstyp) steht an erster Stelle der Prioritätenordnung die Gemeinsamkeiten und an zweiter Stelle die Ergänzungen, mit einer generellen Berücksichtigung der Differenzen im Miteinander. Beim Ergänzungstypen (Kameradschafts-/Beziehungstyp) steht das einander ergänzen im zentralen Fokus, wobei Gemeinsamkeiten wie auch Differenzen einen relativ geringen Stellenwert einnehmen, generell ignoriert werden oder als Mittel zum Zweck eingesetzt werden.

Die Typentrennung

Somit wird aber auch klar, wo der eigentliche Sinneswandel herstammt, der stattfinden "muß", wenn aus einer Freundschaft eine Beziehung wird. Es erklärt aber auch die allgemeine Praxis, daß Beziehungen an sich ausschließlich nur mit Fremden zur Ausführung gelangen und von Grund auf sexuelle Beziehungen mit Freunden als unangenehm empfunden werden, denn es handelt sich jeweils um die Differenziertheit von Freundschafts- und Kameradschafts-/Beziehungsverhältnissen. Klarheit schafft hier die Feststellung, daß diejenigen, die Beziehung praktizieren "grundsätzlich" in der Freundschaft keine Sexualität zulassen und sich somit die Separierung der beiden Typen über das Händling der sexuellen Inhaltlichkeit ermitteln läßt, indem man Inhaltlichkeiten von Sinnlichkeiten, die in den Intimbereich hineinreichen einbringt. Wie ich aus eigener Erfahrung aussagen kann, so klärt sich das umgehend, sobald man dies auch nur sachlich-thematisch einbringt.

Grundsätzlich sind Freundschaft, Kameradschaft und Beziehung auch darüber unterscheidbar, indem man zwischen sinnlichem und sachlichem Inhalt bewußt unterscheidet und darüber hinaus die Priorität ermittelt. So gilt in der Freundschaft die oberste Priorität dem Sinnlichen, wohingegen in der Kameradschaft die Sachlichkeit des Miteinander in erster Instanz über ein Miteinander entscheidet und erst darüber sich ein sinnliches Miteinander bildet. In der Beziehung wiederum gilt ebenfalls die Priorität dem Sachlichen, wobei spezifische Sachlichkeiten darin eine Fixierung erhalten, jedoch das sinnlich-sachliche Verhältnis darüber relativ variable wird. Aufgrund der Gesamtverhältnissituation ergeben sich letztendlich daraus auch nur zwei von Grund auf sich unterscheidende Merkmale und zwar über die Priorität sinnlich und die Priorität sachlich, sodaß sich das Händling in erster Instanz auf diese zwei einschränken läßt.

Bei diesen Typen handelt es sich somit um prinzipielle Handlungsweisen, über die der Typus einer Person ermittelbar ist. Gerade das Fehlen des Betrachten dessen als zu separiender Typus öffnet dem Mißverständnis und Mißbrauch über die Hoffnung, dementsprechendes könnte sich entwickeln, Tür und Tor. Die Menschen handeln jedoch darin grundsätzlich prinzipiell und somit wird auch der Umgang damit darüber "beiderseits" berechenbar. Über das Verschaffen der Fähigkeit, diese Typen unterscheiden zu können, kann man dann auch Verbindungen schaffen, in welchen man sich dann auf die Gleichmäßigkeit der Inhaltlichkeit von Gemeinsamkeiten, Ergänzungen und Differenzen konzentrieren kann, die nämlich bei Anwendung vor dieser Separierung die Unterscheidungen verschleiern. Überhaupt ist es diesbezüglich unabdingbar, sich selbst nach außen hin derart identifizierbar zu vermitteln, weil wir speziell hierin alle derzeit einem allgemeinen Händling einer oberflächlichen Chema-f-Verhaltensweise gegenüber stehen und nur Wenige, wenn überhaupt in einem kleinen eingeschränkten Rahmen, in sinnlich-sachlich idealen Realgemeinschaften leben.

Mein Freund - meine Freundin

Der zentrale Bestandteil, welcher überhaupt die Vermischung der Verhältnisse möglich macht, ist die Deklaration des Gegenüber durch Freund(in) auch für eine Beziehung, denn aufgrund der sachlichen Unterscheidung ist eine separierende Spezifikation Bedingung, denn es drückt in dieser Art der Anwendung die bewußte Täuschung aus. Sachlich existiert nämlich gar keine derartige Spezifikation für diese Inhaltlichkeit in der Beziehung, welche die Unterscheidung darlegt, obwohl sprach-sachlich die Möglichkeit von Beziehungspartner gegeben ist und so führt diese Anwendung zu einer Sachlichkeit, die in sich einen Widerspruch darstellt, denn Begriffe unterliegen der Eindeutigkeit und Freund(in) sein heißt, Freundschaft zu beinhalten. Zwar wird im Englischen zwischen friend und boy- bzw. girlfriend unterschieden, was im Deutschen der Anwendung von ein(e) oder mein(e) Freund(in) entspricht, jedoch beinhaltet auch dies nicht die Relevanz der Unterscheidung.

Die Bisexuellenmisere

Aber auch das Mann-Frau-Verhältnis spielt darin eine zentrale Rolle, denn an sich werden Männerfreundschaften, wie auch Frauenfreundschaften als platonisch erachtet und Bezüge zwischen Mann und Frau grundsätzlich als sexuell orientiert, sodaß man im Herstellen einer bisexuellen Gemeinschaft zu dritt in dem Bezug einen scheinbaren Widerspruch bildet, der nur das Eine oder das Andere zuläßt. Das gleiche Verhältnis gilt aber auch, wenn ein gleichgeschlechtlicher sexueller Bezug besteht und sich als homosexuell manifestiert.

Der Anspruch des monogamen sexuellen Miteinander mit nur einer Person in Verbindung mit dem Freundschafts-Beziehungs-Sexualitätsverhältnis ist jedoch letztendlich der eigentliche sachliche Fakt, warum es um die Bisexualität derart bestellt ist, denn nach diesen Maßgaben ist Bisexualität gar nicht umsetzbar, denn sie bedingt die Ebenbürtigkeit von drei Personen zueinander und somit ist die Bisexualität von Grund auf gar nicht eingliederbar in das Zweier-Hetero-Homo-System und stellt sich somit auch von dieser Seite her als ein nicht annehmbares 'gesellschaftliches' Etwas.

Jörg Lenau
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